Der Bundespokal 2026 in Dresden war für den Nordwestdeutschen Volleyball-Verband ein intensives und emotionales Wochenende. Während die männliche U16-Auswahl mit einer beeindruckenden Leistungssteigerung sich die Bronzemedaille sicherte, belegte die weibliche U16-Auswahl nach einem engen Turnierverlauf den 13. Platz.
U16 männlich: Bronze nach starkem Turnierverlauf
In der Gruppenphase traf der NWVV auf den Westdeutschen Volleyball-Verband, auf den Brandenburger Volleyballverband und den Nordbadischen Volleyball-Verband. Nach der 0:2 (12:25, 19:25) Auftaktniederlage gegen den WVV wurden die beiden weiteren Vorrundenspiele gegen Brandenburg mit 2:1 (21:25, 25:17, 25:9) und gegen Nordbaden mit 2:0 (25:17, 25:20) gewonnen. Somit war Platz 2 in der Gruppe gesichert und das Viertelfinale erreicht. „Ein Auftakt mit vielen von Fehlern und Luft nach oben. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert“, ordnete das Trainerteam um Ole Seuberlich und Uwe Wallenhorst die Gruppenphase ein.
Deutliche Steigerung am Samstag
Am Samstagvormittag wartete im Viertelfinale der Turnierfavorit vom Bayerischen Volleyball-Verband, die ungeschlagen und ohne Satzverlust sich in der Parallelgruppe durchgesetzt haben. In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Spiel präsentierte sich der NWVV-Kader deutlich stabiler in der Annahme, variabler im Angriff und konsequenter im Aufschlag. Äußerst knapp zog die Mannschaft mit einem 2:1-Sieg (25:23, 25:27, 18:16) ins Halbfinale ein.
Hier empfang der NWVV die Vertretung aus Hessen. Leider konnte man nicht an die Leistung des Viertelfinals anknüpfen. Der Hessische Volleyball-Verband spielte nahezu perfekt, der NWVV fand keinen Zugriff auf die Partie. Am Ende setzten sich die Hessen mit 2:0 (25:18, 25:19) souverän durch und zogen ins Finale ein. „Der hohe Intensität des Bayern Spiels kostete uns zu viel Energie, auch mental waren wir nicht auf der Höhe“ so das Trainerfazit.
Spiel um Platz 3 gegen WVV: konsequenter Auftritt, Bronze als Lohn
Im Revanchespiel gegen den Westdeutschen Volleyball-Verband zeigt die Mannschaft eindrucksvoll, welches Potential in ihr steckt. Der erste Satz wurde mit 25:21 gewonnen – druckvolle Aufschläge, starke Abwehrarbeit und mutige Angriffe auf beiden Seiten bestimmten das Bild. Im folgenden Satz konnte der WVV das hohe Niveau nicht halten und musste sich am Ende mit 11:25 geschlagen geben.

Mit Platz drei und der Bronzemedaille belohnte sich das Team für eine deutliche Leistungssteigerung im Turnierverlauf und einen starken Auftritt auf Bundesebene. „Wir sind stolz auf die Mannschaft – die Jungs haben für diese Altersklasse tolle Spiele gezeigt“, zog das Trainerteam ein positives Fazit des ersten bundesweiten U16 Bundespokals.
U16 weiblich: enge Entscheidungen, Platz 13
Nach drei erfolgreichen Trainingstagen am Hössensportzentrum in Westerstede und einem Testspiel gegen die 1.Mannschaft vom USC Braunschweig startete die weibliche Auswahlmannschaft der Jahrgänge 2011 und 2012 am Freitagmorgen um 9Uhr positiv in das Pokalwochenende mit einem 2:0-Erfolg gegen das Saarland. In der einzigen Fünfer-Gruppe des Turniers kassierte das NWVV-Team eine knappe Niederlage gegen den späteren Gruppenzweiten aus Nordbaden. „Wir haben es trotz unseres Aufschlagddrucks nicht geschafft, die starke Angreiferin aus Baden in den Griff zu bekommen“, äußerte sich Landeskadertrainer Philipp Kremin zur Niederlage, der zusammen mit Co-Trainer Britta Richter und Physiotherapeutin Pauline Peeck das Trainerteam bildete: „Letztlich geht die Niederlage in Ordnung.“ Beim dritten Spiel des Tages wartete der Gastgeber aus Sachsen auf die Nordauswahl. Erneut über eine hohe Servicequalität folgten nicht nur eine Vielzahl von direkten Winnern, sondern auch Probleme im Spielaufbau. „Sachsen hatte als Gastgeber mit viel Druck zu kämpfen, durch teilweise sechs Spielerinnen von uns, die im Sprungrotationaufschlag agierten, ließen wir sie gar nicht erst ins Spiel kommen“, so Kremin. Leider zog der NWVV den schwarzen Peter des Turniers und musste als einziges Team zum vierten Mal am Freitag ran – ein Endspiel: Denn mit einem Sieg hätte man sich Platz 2 in der Gruppe und somit automatisch Platz 8 insgesamt gesichert. Der spätere Gruppensieger aus Südbaden brillierte aber vor allem in der Annahme. „Unsere größte Stärke wurde durch den Gegner ca. egalisiert“, meint Kremin und erklärt: „Unsere Spielerinnen konnten im vierten Spiel abends nicht mehr so druckvoll und befreit aufschlagen und Südbaden zeigte in der Annahme keine Schwächen.“ Durch die knappe Niederlage (23:25, 22:25) blieb nur Platz 3 der Fünfergruppe.
Nach vier Spielen am Freitag folgte das untere Viertelfinalspiel am Samstag gegen den WVV, der sieglos als Gruppenletzter antrat. “Da ging nicht viel zusammen”, monierte der Landestrainer. Fehlender Aufschlagdruck, sowie Defizite in der Block/Abwehr wurden durch den ambitionierten Verband ausgenutzt, obwohl dieser selbst große Mängel im eigenen Service aufzeigte. ”Die Niederlage tut richtig weh”, meinte Kremin und ergänzt: “Denn eigentlich kam von ihnen im Service nicht viel, nur wir wirkten komplett erschöpft, körperlich und auch mental.”
Durch die Niederlage musste die Auswahl erst wieder am Sonntag im Spiel um Platz 13 gegen Sachsen-Anhalt antreten. Trotz zahlreicher Wechsel und Umstellungen konnte am Ende der Platz gesichert werden. “Insgesamt sind wir mit der Leistung zufrieden, vor allem in der Umsetzung des geforderten Rotationsaufschlags. Leider haben wir mit der Konstellation aus vier Spielen am Freitag und nur jeweils einem Spiel am Samstag und Sonntag nicht die Platzierung erzielen können, die sich das Team verdient hat”, lautete das Fazit des Trainerteams.







